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dieses umstrittene Thema soll hier behandelt werden. Viele sind mit
der Motorleistung ihrer Roller zufrieden, andere eben nicht.
Nachfolgend mehr oder weniger effiziente Möglichkeiten der
Leistungssteigerung. Vorraussetzung hierfür ist selbstverständlich
ein einwandfreier,
gesunder Motor. |
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Kolben
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Leistung ist aus
Kolben für 4-takter nur schwerlich herauszuholen. Trotzdem sollte
man wissen, was man kauft, bzw. eingebaut hat, wenn man sich mit
Leistungssteigerung beschäftigt. Die Taiwan- und die italienischen
Kolben sind m. E. von minderwertiger Qualität und halten gerade eben die
Originalleistung des Motors aus, weshalb sie nicht geeignet sind in
einem Leistungsgesteigerten Motor verbaut zu werden. Die Kolben aus
deutscher Produktion sind durch ein innen eingegossenes Zeichen S
(Kolbenschmidt), bzw.
MAHLE zu erkennen. M. E. ist der Mahle-Kolben aus der neuen
Produktionsserie der Heinkel-Ersatzteil GmbH (siehe Links) der Qualitativ
beste, derzeit auf dem Markt erhältliche (siehe Kolben). Bei genauer Betrachtung
sieht man, daß der Kolbenboden durch seine hohe, relativ spitze Form
höher in den Brennraum ragt, als der Originalkolben. Hierdurch wird
das Verdichtungsverhältnis etwas heraufgesetz, was jedoch vollkommen
bedenkenlos, eher positiv ist! |
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Nockenwelle
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Die Nockenwelle unserer Heinkel ist sehr "zahm". Sie
arbeitet ohne Ventilüberschneidung und setzt dem Motor
"natürliche" Leistungs- und vor allem Drehzahlgrenzen. Die Motorcharakteristik wird entscheidend von den Steuerzeiten, dem
Ventilhub und der Ventilüberschneidung geprägt. Um eine vernünftige
Nockenwelle mit anderem Profil herzustellen, muß vorab sehr aufwendig die
Ventilerhebungskurve der Originalnocken ermittelt werden oder besser eine
vollkommen neue Ventilerhebungskurve erstellt, sowie auf das Nockenprofil
übertragen werden. Das Design neuer Nocken ist sehr komplex. Es reicht keinesfalls, die Originalnocken nur
"in die Länge zu ziehen" um längere Steuerzeiten zu
bekommen. Da unser Ventiltrieb durch die Schlepphebel und Kipphebel
recht komplizierte Eingriffsverhältnisse hat, ist die Erstellung eines
neuen Nockenprofils auch weitaus komplexer als bei Motoren mit
Tassenstößeln. Hier sind einige Bedingungen zu erfüllen, die
über die spätere Leistung und Standzeit entscheiden. Problematisch
ist auch, jemanden zu finden der diese neue Nockenwelle zu einem annehmbaren
Preis herstellt. Mir sind derzeit keine
"Sport-Nockenwellen" für Heinkel auf dem Markt bekannt. |
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Luftfilter
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Der Motor kann durch einen verschmutzten Luftfilter selbstverständlich nicht
frei atmen. Vorraussetzung für einen guten Luftdurchsatz ist ein
sauberer, durchgängiger Luftfilter. Der Micronic-Papier-Luftfilter
(Knecht LX 253) zeigen eine gute Filterwirkung bei ausreichendem
Luftdurchsatz - solange er neu ist. Alternativ kann man in das
Original-Luftfiltergehäuse einen leicht abgeänderten K&N-Luftfilter
einbauen. Diese Luftfiltertypen bestehen aus feinen Drahtgeflechten,
mit dazwischen liegenem, ölimprägniertem Baumwollgewebe. Sie
zeichnen sich durch einen ca. 40% höheren Luftdurchsatz bei guter
Filterwirkung und extremen
Reinigungsinterwallen aus. Nur ca. alle 25.000 - 50.000 km muß
dieser Filter ausgewaschen und neu eingeölt werden - somit ist er eine
Investition für´s Leben. Die K&N-Type RC-1070 wird hierzu
leicht modifiziert. Der Gummistutzen wird einfach abgeschnitten und
der konische Filter wird in das Original-Blechgehäuse "gedrückt".
Hierzu wird der O-Ring, unten im Blechgehäuse vorher entfernt - er
diente zur Abdichtung der Micronic-Filterpatrone. Um einen sicheren
Dichtsitz des K&N-Filters im Luftfiltergehäuse zu gewährleisten,
muß zwischen K&N-Filter und dem Luftfilter-Gehäusedeckel mit einem
Distanzstück aus Gummi o. ä. der K&N-Filter leicht auf den
Filtergehäuseboden gedrückt werden. Sicherheitshalber sollte danach die Vergasereinstellung (siehe Vergaser)
überprüft werden. |
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Vergaser
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Grundsätzlich
ist der Original-Vergaser mit Ø20 mm ausreichend - siehe Kanäle. Wobei aber einiges verbessert werden
kann, ist die Einstellung - falls sie nicht schon optimal ist!
Hierbei wird der Vergaser auf den Motor und den verwendeten Luftfilter
feinstmöglich abgestimmt. Allgemein, aber speziell in Verbindung
mit einem K&N- oder anderem Filter (siehe Luftfilter) mit höherem
Luftdurchsatz ist diese Prozedur
äußerst wichtig. Es gibt noch eine andere Methode den Vergaser
einzustellen, ich gehe hier aber nicht weiter darauf ein, weil m. E. die
nachfolgende die sicherste ist.
Basiswissen:
Im Teillastbereich (zwischen 0 und ¼ Gasschieberhub) wird die
Gemischregulierung hauptsächlich über die Leerlaufdüse, die
Luftregulierschraube und den Schieberausschnitt bestimmt, im
Teillastbereich (zwischen ¼ und ¾ Gasschieberhub) hauptsächlich über
die Düsennadel und bei Vollast (ab ¾ Gasschieberhub) ist hauptsächlich
die Hauptdüse zuständig. Düsennadel höher hängen= fetteres
Gemisch zwischen ¼- und ¾-Last, größere Hauptdüse= fetteres Gemisch
bei ¾ bis Vollast und umgekehrt.
Kerzenbilder:
Grau bis sehr-hellbraun= zu mageres Gemisch - GEFAHR VON MOTORSCHÄDEN,
schlechte Leistung. Rehbraun= Optimal. Sehr dunkelbraun bis
schwarz= zu fettes Gemisch - Hoher Verbrauch und schlechte Leistung.
Einstellungsvorbereitung:
Um die Verbrennung des Motors zu kontrollieren, muß man sehr vorsichtig
vorgehen - gerade bei neu aufgebauten Motoren. Vorher Vergaser
penibel reinigen, bei der Montage auf Dichtigkeit des Ansaugkrümmers zum
Zylinderkopf achten, ´nen neuen Luftfilter einbauen, neue Zündkerze
einschrauben und Zündzeitpunkt kontrollieren.
Leerlauf:
Als erstes wird der Leerlauf bei laufendem, warmem
Motor eingestellt, hierzu wird vorab die Luftregulierschraube (die
Schlitzschraube mit Feder, die 90° zur Schieberachse montiert ist) bis
zum Anschlag gefühlvoll reingedreht, bis ein Widerstand zu fühlen
ist. Nun wird sie wieder 1½ Umdrehungen beim Bing- und 2½ beim
Pallas-Vergaser herausgedreht - daß ist die Grundstellung.
Als nächstes drehen wir die, schräg von unten im Vergaser sitzende
Standgasschraube soweit rein, bzw. raus, daß der Motor in der richtigen
Drehzahl im Standgas läuft. Durch Heraus- bzw. Hereindrehen der
Luftregulierschraube kann nun der Leerlauf sauber eingestellt
werden.
Teillastbereich:
Jetzt wird der Teillastbereich eingestellt, hierzu fahren wir mit
etwas über ½-Gas MINDESTENS 15 km OHNE Änderung der Gasgriffstellung
auf möglichst gerader Strecke, bei normalen Temperaturen - am besten auf der Autobahn. Wenn
diese MINDEST-Distanz gefahren wurde, stellen wir den Motor SCHNELL ab,
schrauben die Kerze heraus und sichten das Kerzenbild. Zu fett=
Düsennadel eine Kerbe runter, zu mager= Düsennadel eine Kerbe
hoch. Ob wir eine oder mehrere Kerben auf einmal verstellen, hängt
davon ab, wie weit das gesichtete Kerzenbild von dem Optimum - Rehbraun -
entfernt ist, die Originalstellung ist die 3te Kerbe von oben. Nach
Einstellung der Nadel wird der Vorgang wiederholt, hierzu fahren wir
wieder mit ½-Gas MINDESTENS 15 km OHNE Änderung der
Gasgriffstellung.....usw.
Vollastbereich:
Nachdem der Teilastbereich eingestellt wurde, machen wir uns an den
Vollastbereich. Die Originalhauptdüse ist eine 85er beim Bing- und
eine 80er, bzw. teilweise eine 85er beim Pallas-Vergaser. Um
überhaupt etwas ändern zu können, benötigen wir entweder andere
Hauptdüsen oder sogenannte Düsenreibahlen. Mit diesen
Düsenreibahlen, die für ca. 19,- € bei Polo (Nr. 60170400210), bei
Hein Gericke (Nr.29000053) oder
Louis (Nr. 10003930)
zu bekommen sind, kann sehr fein gearbeitet werden. Es ist eine
lohnende Anschaffung, für den, der öfter damit zu tun hat. Beim
vergrößern von Düsen wird hierbei aus dem Reibahlen-Sortiment eine
Reibahle gewählt, die so groß ist, daß man die zu vergrößernde Düse
bis zur Mitte der Schneiden aufschieben kann. Die Reibahle wird von
hinten - da wo der Sechskant oder der Schlitz ist - in die Hauptdüse
geschoben und gefühlvoll mit minimalem Druck gedreht. Immer wieder
durch Herausziehen der Reibahle aus der Düse kontrollieren, wie
viel Material abgetragen wurde. Sollte die eingebaute Hauptdüse zu
groß sein, muß allerdings eine kleinere her. Der Vollgas-Abgleich
des Vergasers ist selbstverständlich nur bei eingefahrenen Motoren
zulässig. Die Prozedur gleicht der des Teillastbereiches. Mit optimal eingestelltem Vergaser wird die optimale
Leistung bei geringstem Verbrauch erreicht. Ich hatte schon Motoren,
die durch feine Vergasereinstellung 30% weniger verbrauchten, bei
gleichzeitig erheblich besserer Leistung und runderem Motorlauf. Es
ist eine lohnende, wenn auch sehr aufwendige Arbeit. Ohne optimal
eingestellten Vergaser kann man sich weitere Versuche der
Leistungssteigerungen sparen!
Nur mal so zur
Info / als Tip:
Hatte auf meinem 1960er A1 einen 20er Originalvergaser 1/20/51. Leider
war die Gasschieberführung und der Gasschieber so extrem verschlissen, daß ich ca.0,5 mm Spiel hatte.
Ich also bei Bing angerufen und für € 30,- incl. NN ´nen neuen Schieber gekauft.
Beim Einbau erst herausgefunden, daß die Schieberbohrung im Vergasergehäuse auch schon 0,3 mm zu groß
war - ich hatte keine Originalmaße, deshalb konnte ich vorher auch nicht
nachmessen.
Zufälligerweise hatte ich bei EBAY ´nen 1/22/47 gesehen, den ich kpl. für € 12,- ersteigert hatte.
Kaum angekommen, stellte ich fest, daß im Gasschieber von unten ein Loch reingeschlagen war - wie auch immer daß möglich ist!?
Aber OK, der Verkäufer schrieb ja, daß es ein Kellerfund ohne Garantie war.
Bei genauer Betrachtung stellte sich heraus, daß der restliche Vergaser im 1A
Zustand
war. Aber es stellte sich auch heraus, daß das Vergasergehäuse fast 100% identisch ist - bis auf die 22er Bohrung und den hinteren Anschlußdurchmesser für den Luftfilter!
Also hab ich die Beschleunigerpumpe mit Düsenstock und den neuen
Gasschieber mit Düsennadel, sowie die Leerlaufdüse vom 20er eingebaut und seitdem hab ich wieder das Grinsen auf dem Gesicht!
Bei dem 22er mußte ich nur den hinteren Anschluß zum Luftfilter auf der Drehbank kleinerdrehen.
Bei der nachfolgenden Probefahrt stellte sich heraus, daß im oberen Drehzahlbereich etwas mehr Leistung zur Verfügung steht, obwohl der Vergaser noch nicht richtig abgeglichen war - Erste, verhaltene Probefahrt.
Anmerkung: Hab ´nen Glaser-Kopf drauf, der durch größere Ventile auch den 22er Vergaser
"ausnutzt" und ´nen Ansaugkrümmer, der auf ca. 22,5 mm
erweitert wurde. Schätze, daß ich ´ne 95er Hauptdüse brauche und die Düsennadel eine Kerbe höher muß - daß
war´s dann aber auch. |
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Verdichtung
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Mit die einfachste
Methode mehr Leistung im gesamten Drehzahlbereich herauszuholen. Die
Original-Verdichtung liegt bei 1:7,4. Sieht man sich das, für diese
Leistung extrem groß dimensionierte obere Pleuellager und das groß
dimensionierte untere Wälzlager an, sind da noch reichlich Reserven
vorhanden. Eine Verdichtungserhöhung auf 1:8,5 verträgt der Motor
absolut problemlos. Die thermische Mehrbelastung ist hierbei relativ
gering. Der maximale Verbrennungsdruck berechnet sich mit Verdichtungsverhältnis
x 7 - 2= 7,4 x 7 - 2= 49,8 kp/cm². In der Formel sieht man, daß der
Verbrennungsdruck mit dem Verdichtungsverhältnis nahezu linear
ansteigt. Jede Leistungssteigerung bei gleichem Hubraum
bedingt unmittelbar einen höheren Verbrennungsdruck! Die
Heinkel-Motoren, die ich bis dato gesichtet hatte, hatten allesamt ca. 2
mm Luft zwischen Kolbenrand-Oberkante und Oberkante Zylinderfuß. Es
liegt dementsprechend nahe, durch Materialabnahme an der Zylinderdichtfläche die Verdichtung zu erhöhen.
Berechnung:
Um von 1:7,4
auf 1:8,5 zu kommen, müssen wir wieder rechnen. Unter Downloads findet ihr ein
Excel-Programm zur Berechnung obiger Parameter. Ein Verdichtungsverhältnis von 1:7,4 bei einem Hubraum von 180 cm³ mm (Bohrungs
Ø= 61 mm, Hub= 61,5 mm) bedingt ein Brennraumvolumen von 28,0
cm³. Wir benötigen ein Brennraumvolumen von 23,9 cm³,
somit müssen 4,1 cm³ vom Zylinder abgetragen werden. Die Fläche
der Bohrung beträgt d² x pi/4= 6,1² x 0,7854= 29,22 cm². Der
erforderliche Materialabtrag wird berechnet: Volumendifferenz /
Bohrungsfläche= 4,1/29,22= 0,14 cm. Es muß in diesem Beispiel also
1,4 mm runter. Bei 1:8,5 kann weiterhin Normalbenzin gefahren
werden. Eine sehr einfache Möglichkeit zur Erhöhung der
Verdichtung ist die Verwendung einer dünneren Fußdichtung. Die
Original-Fußdichtung hat eine Stärke von 0,7 mm, im Handel sind gute
Dichtungspapiere mit 0,3 mm erhältlich (siehe Dichtungen /
Dichtungs-Selbstbau). Das bringt zwar nicht so viel, ist jedoch eine
einfache Einstiegsmöglichkeit.
Überprüfung:
Kaum einer wird der Erstbesitzer eines Heinkel sein.
Dementsprechend weiß wohl niemand 100%ig genau, ob der Zylinderkopf nicht
schon mehrfach geplant oder geändert wurde. Die beste Methode um
das vorhandene, effektive Brennraumvolumen festzustellen, ist das
Auslitern. Hierzu wird die Kerze herausgedreht und der Motor bei
geschlossenen Ventilen und Kolben im OT schräggestellt, so daß die
Kerzenbohrung senkrecht nach oben steht. Nun wird in ein Meßgefäß
oder noch besser in eine 50 ml-Spritze Motoröl gefüllt. 50 cm³ sind ausreichend. Dieses Öl wird
nun in die Kerzenbohrung geschüttet, bis der Brennraum gefüllt
ist. Wenn das Öl den Brennraum bis zum Kerzengewinde ausfüllt,
wird das Meßgefäß weggestellt und gewartet, bis das Öl im Meßgefäß
wieder auf dem Meßgefäßboden zurückgelaufen ist. Man kann nun
durch die im Meßgefäß zurückgebliebene Menge leicht ausrechnen, wie
groß das Brennraumvolumen ist. Teilt man nun den Hubraum +
Brennraumvolumen durch das
Brennraumvolumen, hat man das tatsächliche
Verdichtungsverhältnis. Falls kein Meßgefäß vorhanden sein
sollte, muß man einen zylindrischen Behälter nehmen und das Volumen
berechnen. Man füllt in diesen Behälter genug Öl ein, mißt die
Höhe des Ölstandes im Behälter und Litert den Brennraum aus. Wenn
das Öl den Brennraum bis zum Kerzengewinde ausfüllt, wird der Behälter
weggestellt und gewartet, bis das Öl im Behälter wieder auf dem
Behälterboden zurückgelaufen ist. Nun mißt man die Höhe des
Ölstandes im Behälter erneut und rechnet aus, um wieviel Zentimeter die
Ölstandhöhe im Behälter abgenommen hat. Jetzt wird der
Innendurchmesser des Behälters gemessen. Als Beispiel eine
Volumenberechnung eines Behälters mit 3,05 cm Innendurchmesser und einer
Ölstandsdifferenz von 3,9 cm: Volumen= Innendurchmesser² x 0,785 x
Höhe= 3,05² x 0,7854 x 3,9= 28,49 cm³. Somit ist das vorhandene
Verdichtungsverhältnis: (Hubraum + Brennraumvolumen) / Brennraumvolumen=
(180+28,49) / 28,49= 1:7,3.
Achtung:
Bevor vom Zylinder Material abgetragen wird, muß jeder Motor
individuell geprüft werden, ob genügend Luft zwischen Kolben und
Zylinderkopf, sowie zwischen den Ventiltaschen im Kolben und den Ventilen
vorhanden ist. Bei ausgedrehter Zündkerze kann man recht gut
beobachten, wie nah die Ventile im OT an der Kolbenoberfläche stehen - jeweils am Ein- und Auslaßventil
zu prüfen. Falls nach dem
Abtragen am Zylinder Probleme auftreten sollten, kann durch stärkere
Fussdichtungen wieder auf den Ausgangszustand zurückgerüstet
werden. Es soll schon Probleme gegeben haben, daß der Anlasser nach
der Verdichtungserhöhung nicht mehr genug drehte, bei mir ist dieses
Problem allerdings nicht aufgetreten. |
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Zylinderkopf
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Der Glaser-Zylinderkopf mit größeren Ventilen ist hier z. B. eine Möglichkeit. Horst Glaser baut
den Original-Zylinderkopf um, so daß gleichzeitig neue und größere
Ventilsitze in Bleifrei-Ausführung, neue Bronze-Ventilführungen und neue, größere Ventile eingebaut werden. Durch die größeren Ventile
kann der Motor freier atmen - der Gasdurchsatz wird erhöht (siehe
Kanäle). Da wird
einwandfreie Arbeit geleistet, die sich im Durchzug durchaus bemerkbar
macht.
Kosten (Februar 2003): € 274,- incl. MwSt. und Versand
Kontaktadresse:
Heinkel-Stützpunkt Horst Glaser
Molkereistraße 5
89367 Waldstetten
Tel: 08223/5495
Mail: info@motoglaser.de |
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Kanäle
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Bevor hier auf
blauen Dunst etwas geändert wird, sollten wir prüfen, inwieweit die
Dimensionierung der Original-Kanäle ausreicht. Es muß berechnet werden, ob der
sogenannte freie Kanalquerschnitt mindestens so groß wie der freie
Ventilquerschnitt ist. Wenn daß der Fall ist, ist eine
Kanalbearbeitung, bzw. Erweiterung überflüssig! Sämtliche Daten
in der Beispielrechnung beziehen sich auf einen 103/A1 Original-Zylinderkopf mit Standard-Ventilen.
Formel:
Freier Ventilquerschnitt in mm²= Sd x pi x Vh x sin 45°
Freier Kanalquerschnitt in mm²= (Sd² x pi/4) - (Vd² x pi/4)
Daten:
Einlaßsitzring Ø Sd= 26 mm
Auslaßsitzring Ø Sd= 24 mm
Ventilschaft Ø Vd= 7 mm
Ventilhub Vh= 6,25 mm
Legende:
pi= Kreiskonstante 3,1416
Sd= Innerer Sitzringdurchmesser in mm
Vh= Ventilhub in mm
Vd= Ventilschaft Ø in mm
Berechnung:
Freier Ventilquerschnitt Einlaß= 26 x 3,1416 x 6,25 x 0,7071= 360,98
mm²
Freier Ventilquerschnitt Auslaß= 24 x 3,1416 x 6,25 x 0,7071= 333,22 mm²
Freier Kanalquerschnitt Einlaß= (26² x 0,7854) - (7² x 0,7854)= 492,44
mm²
Freier Kanalquerschnitt Auslaß= (24² x 0,7854) - (7² x 0,7854)= 413,9
mm²
Fazit:
Der freie Kanalquerschnitt beim Einlaß und beim Auslaß ist jeweils
erheblich größer als der freie Ventilquerschnitt. Selbst im
Bereich der in den Kanal ragenden Ventilführung ist er noch größer. Eine Erweiterung
der Kanäle wird dementsprechend KEINE Leistungssteigerung nach sich
ziehen, da spätestens an den Ventilen nicht mehr durch geht! Hierdurch zeigt sich auch, daß eher größere Ventile von
Nutzen sind (siehe Zylinderkopf)! Ebenso zeigt sich, daß
größere Vergaser kaum Leistungssteigernd sind, da der freie
Ventilquerschnitt von 360,98 mm² des Einlaßventils bei voll
geöffnetem Ventil einem Kreisdurchmesser von 21,5 mm Durchmesser
entspricht. Mit dem Glaser-Zylinderkopf (siehe Zylinderkopf) wird
ein 22er Vergaser, der immerhin ca. 21% mehr Fläche als ein 20er hat,
durchaus etwas Leistung im oberen Bereich bringen. |