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Erläuterungen
zum barlowed-Laser auf Grund einiger Anfragen
Der barlowed Laser ist nur zur Feineinstellung des HS, deshalb muß mit dem normalen Laser
oder anderen Justiergeräten vorher das System halbwegs genau justiert sein.
Der Hauptspiegel muß eine präzise Mittenmarkierung haben.
Beim barlowed Laser wird der Laserstrahl ja zur einfachen "Beleuchtungsquelle" aufgeweitet.
Deshalb ist es egal ob der Laser verspannt oder schräg im OAZ hängt.
Es ist nur wichtig, daß der aufgeweitete Strahl die Mittenmarkierung trifft und damit gewährleistet, daß der HS die Abbildung der
Mittenmarkierung spiegeln kann.
Man sieht das sehr gut, daß Bewegungen am barlowed Laser nur die Ausleuchtung an der Laser-Mattscheibe verändern, das Abbild
der HS-Mittenmarkierung aber am Platz bleibt.
Bei mir ist es so, daß ich zur richtigen Ausleuchtung der HS-Mittenmarkierung den b.L. immer etwas im OAZ schwenken muß,
obwohl das System bei mir penibelst justiert ist.
Dadurch sind Fehler beim Spannen des Lasers im OAZ ausgeschlossen.
ABER: Dadurch muß das System vorjustiert sein, denn wenn der HS dejustiert ist, wird man das Abbild der HS-Mittenmarkierung
nie auf der Matscheibe sehen können!
Beim normalen Laser kann man durch leichtes Schwenken des Lasers im OAZ den Laser auf die Mattscheibe bringen, um bei stark
dejustierten Systemen erst mal die grobe Richtung zu finden, das funktioniert beim
barlowed Laser nicht - genau aus diesem Grund ist er so präzise.
Die Kombination mit einer 2,5x Barlow wird kaum gelingen, da nach meiner Erfahrung nur Barlows bis maximal 2x gehen.
Wenn Barlows mit höherem Faktor verwendet werden, ist die Abb. der HS-Mittenmarkierung auf der Laser-Mattscheibe so groß,
daß man sie nicht mehr erkennen kann und z. B. der innere Ring eines Heftverstärkers so groß ist, daß er die kpl. Mattscheibe
des Lasers einnimmt.
Die normalerweise verwendeten Barlows, die direkt im Laser eingeschraubt
werden haben einen Faktor um 1,6.
Damit ist die HS-Mittenmarkierung dann so klein und auch kontrastreich, daß man sie problemlos auf der Mattscheiben erkennen
kann.
So geht´s (vorausgesetzt, der Fangspiegel ist schon mit Cheshire oder
ähnlichem auf den OAZ ausgerichtet):
Normalen Laser in den OAZ.
FS auf HS-Mittenmarkierung ausrichten.
HS justieren > Laserpunkt trifft die Laser-Austrittsöffnung in der Mattscheibe.
Ein wenig abdunkeln, damit man die rel. kontrastschwache Abbildung auf der Mattscheibe besser erkennen kann.
Jetzt den barlowed Laser locker in den OAZ und ihn so im OAZ bewegen, daß der aufgeweitete Strahl die HS-Mittenmarkierung möglichst
gut ausleuchtet.
Nun müßte das Abbild der Mittenmarkierung auf der Mattscheibe des
barlowed Laser zu sehen sein.
Jetzt den HS so ausrichten, daß sie zentrisch um die Laser-Austrittsöffnung in der Mattscheibe erscheint.
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ALLGEMEINES:
Kollimation
mit Laser und Barlow
Die
Kollimation eines Newtons erfolgt üblicherweise in drei Schritten:
Schritt 1:
Fangspiegel zentrisch auf den OAZ einstellen.
Schritt 2: Fangspiegel zentrisch auf den Hauptspiegel ausrichten.
Schritt 3: Hauptspiegel auf die optische Achse ausrichten.
Bitte
hierzu ggf. den Artikel unter Newton-Justage lesen!
Die Schritte 1 und 2 müssen bei vernünftigen Geräten meist nur einmalig
oder zumindest selten durchgeführt werden.
Für 1-3 eignet sich gut ein Sight-Tube-Cheshire, für Schritt 3 aber
auch ein Laser.
Der dritte Schritt sollte vor allem bei großen und lichtstarken Newtons regelmäßig
nach einem Transport durchgeführt werden.
Mit einem Laser erzielt man hier oft nicht befriedigende Resultate.
Dies liegt daran, dass bereits das geringste Verkippen der Laserachse im
OAZ zu großen Abgleichfehlern führt und desto größer die Brennweite
des Teleskops, umso heftiger ist die Ausprägung.
Das Verkippen führt dazu, dass der Laserstrahl nicht auf den Nullpunkt
des Hauptspiegel- Paraboloids fällt, sondern etwas daneben.
Wird nun durch Kippen des Hauptspiegels der Laserstrahl in sich selbst
zurückreflektiert, liegt der Nullpunkt des Spiegels nicht in der
optischen Achse.
Das
Resultat: Die Koma !
Im Januarheft 2003 erschien in der Sky&Telescope (S.121-124) ein
Artikel des schwedischen Autors Nils Olof Carlin (zu finden über Google
mit den Stichworten „Barlow Laser Collimation“), der eine
interessante Methode für die Kollimation vorschlug.
Zwischen Laser und OAZ muss dafür eine Barlowlinse als Zerstreuungslinse eingesetzt werden.
Die Qualität der Barlow spielt dabei absolut keine Rolle (bei meinen Tests
eine billige
Plastik-Barlow von Seben).
Die Zerstreuungslinse der Barlow sorgt nur für eine Strahlaufweitung, sodass
nicht nur ein einzelner Strahl, sondern ein ganzes Strahlenbündel auf
den Hauptspiegel auftrifft.
Nur die Reflektion der Mittenmarkierung des HS ist hier von Bedeutung.
Hierdurch kann der Laser ruhig verkippt im Okularauszug sitzen...der
Reflex bleibt wie angenagelt stehen!
Der Hauptspiegel muss für dieses Verfahren eine Mittenmarkierung
aufweisen.
Der Fangspiegel muss justiert sein.
Im reflektierten Licht erscheint diese Markierung als dunkles Feld
(Schatten).
Nun muß man diese Dunkelstelle nur noch sichtbar machen und sie dann durch Verkippen des
Hauptspiegels mittig zur OAZ-Achse justieren.
Vorteile:
-
sehr genaue Justage des Hauptspiegels.
-
kein Fehler
durch Verkanten des Lasers oder des OAZ.
- selbst mit qualitativ sehr schlechten Lasern kann präzise justiert werden.
Nachteile:
- eine Barlow ist erforderlich.
- wenn man
alleine ist muss man bei der Justage zwischen Vorder- und Rückseite des
Tubus hin- und herwechseln.
Benötigt
wird:
-
Justierlaser und Barlowlinse (für die Variante 1 möglichst eine
langbauende Barlow, die tief in den OAZ ragt).
Artikel von
Hans-Uwe Moosler
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