Lüfter

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So langsam wird´s Nachts wieder kälter.
Also raus mit dem Lichteimer und rein mit dem Auge ins Okular.

Tja....sieht nicht so toll aus, muß wohl noch länger auskühlen.............................

Um diese Zeit erheblich zu verkürzen, kann man einen Lüfter in den Haltering der Spiegelzelle montieren, der vorzugsweise die Außenluft durch die obere Tubusöffnung einsaugt, am Hauptspiegel vorbeiführt und unter dem Hauptspiegel wieder ausbläst.
Ich persönlich halte diese Art der Belüftung für besser, als wenn von unten die meist nasse Luft knapp über dem Boden angesaugt und dann direkt auf den Hauptspiegel geblasen wird.

Die warme Luft will nach oben und gerade da stört sie uns ja.
Der Hauptspiegel ist ja -übertrieben- wie eine Herdplatte und man sollte dessen warme Luft nicht durch den Strahlengang befördern.
 Im Tubus und davor, in Richtung der Öffnung erzeugt man mit einem Lüfter, der die Luft nach oben ausbläst, ein schlechteres lokales Seeing, weil die turbulente und wärmere Luft vor die Öffnung des Teleskops transportiert wird, also genau da hin wo man Temperaturunterschiede am wenigsten gebrauchen kann.
Auch im Tubus erzeugt man mit nach oben blasendem Lüfter größere Turbulenzen und Mischeffekte.

 


Im oberen Bild ist schon eine klare, 3mm starke Kunststoffplatte in den Haltering eingebaut worden.

Vorzugsweise verwendet man hierfür Polycarbonat (Handelsname z. B. Makrolon oder Lexan), da dieses Material hochschlagfest ist und beim Bearbeiten nicht splittert oder bricht wie z. B. Acrylglas!

Natürlich kann man das auch mit Birke-Multiplex in 6mm Stärke machen.
Der Vorteil ist, daß man die Löcher einfacher in das Holz bekommt, das Holz leichter und billiger ist!


Das Loch für den 120mm Lüfter und deren Befestigungen ist auch schon drin.

 

Auch kann man schon die Buchse erkennen, die später mit dem Lüfter verbunden wird, um ihn mit 12V Gleichspannung zu versorgen.

 

 

Im unteren Bild sieht man dei Haltering von unten.
Es wurden um 120° versetzt Füsse angeschraubt, da der Lüfter zu dick ist und nach aussen montiert werden muß.
Um ihn zu schützen und den Tubus immer noch mit derm Hauptspiegel nach unten abstellen zu können, sind diese Füsse zwingend erforderlich.

Die Bereiche für die Kollimationsschrauben habe ich mit Bohrungen ausgespart, da sonst die Schrauben zu kurz sind und ich evtl. "Restvibrationen" nicht über die Schrauben direkt an die HS-Halterung weiterleiten wollte.



Ich verwende die Lüfter von Noisblocker.
Es sind die leisesten Lüfter, die erhältlich sind.

Der 120 mm SX1-Lüfter hat nur 17 dB bei 65m³/h.
Der 120 mm SX2-Lüfter hat nur 30 dB bei 126m³/h.
Wahrscheinlich ist der SX2-Lüfter mit 126m³/h bei Teleskopen ab 10" sinvoller, da er mit voll Power zum schnellen Auskühlen eingesetzt werden kann und während der Beobachtung dann mit geringerer Spannung betrieben wird.
Hierzu gibt es bei Noiseblocker auch Potentiometer, die ein stufenloses Einstellen ermöglichen.

NACH TEST AM 10": NEHMT ZUMINDEST FÜR TELESKOPE AB 10" DEN SX2. DER SAUGT EUCH ZWAR GLATT DIE MÜTZE WEG; ABER DIE AUSKÜHLZEIT IST GERINGER UND MAN KANN IHN JA RUNTERDREHEN!

Er läuft sehr laufruhig.

Beim Versuch mit einem 3,5mm Okular und einer Vergrößerung von 357-fach zeigten sich bei voll mitlaufendem SX1-Lüfter keine Beeinträchtigungen.

Es sind 12V-Lüfter die aber auch problemlos mit z. B. 4,5V - 6V - 9V laufen.
Hierbei natürlich mit geringerer Leistung.

Die Lüfter sind entweder direkt bei Noiseblocker zu bekommen oder noch günstiger über Ebay (nach Noiseblocker suchen).
Die 120mm-Lüfter kosten um €13,- plus Versand.
Es gibt sie auch in 80mm und 92mm.

Von SHARKOON gibt es die "Anti-Vibes".
Es handelt sich um Gummi ähnliche Dichtungen, die zwischen Lüfter und Platte montiert werden und den Lüfter von der Platte entkoppeln.
Damit hört man dann praktisch nichts mehr - außer natürlich den Luftstrom.



Hier die eingebauten und fertig verkabelten Lüfter.

Ich nutze als Energiestation die Lidl-Energiestation (Marke: Tronic).
Diese Energiestation hat verschiedene Spannungs-Abgriffe mit 3V, 4,5V, 6V,m 9V und 12V in Form von Buchsen.
Die Buchsen sind sogenannte 5,5/2,1.
Das Anschlußkabel zur Energiestation löte ich mir zusammen.
Diese Kabel gibt es fertig konfektioniert mit angespritztem Stecker.
Es ist jeweils 1,20m lang und an einer Seite mit EINEM Stecker versehen.
Ich löte davon immer 2 Stück zusammen - an der Lötstelle mit Schrumpfschlauch isoliert - und hab ein maximal 2,4m langes Kabel von guter Qualität!
Die Bestellnummer bei Conrad lautet: 734497 (€ 0,99 Stück)

Willst Du z. B. ´n Y-Abzweig basteln - um auch ´n Lüfter GLEICHZEITIG auf 12V zu betreiben - kannst Du ´ne Kupplung zusätzlich anlöten.
Kupplung: 732770 (€ 0,92 Stück)

Die Einbaubuchse 5,5/2,1, zum Einbau in z. B. das Teleskop - siehe Bild - Conrad: 733946 (€ 0,77Stück)

 

 

Oben als Ansicht von innen.

 

 

Unten als Ansicht von außen.


Hier das Detail der Verdrahtung.

Da ich kein rumbaumelndes Kabel am Teleskop haben wollte, hab ich eben eine Buchse eingebaut.

Rot ist Plus, schwarz ist Minus.

Die gelbe Leitung ist das Tachosignal - sie wird hier nicht benötigt, deshalb hab ich sie einfach weggeschnitten.


Um die Füsse vernünftig anzuschrauben reichte ein Gewinde in dem nur 3mm starken Aluminium nicht aus.

Eine Schweißmutter M6 paßte nach leichter Modifikation prima.

Ich habe von innen noch mit etwas klarem Silikon abgedichtet, hauptsächlich zur Bedämpfung....obs was bringt?


Hier der fertige Aufbau in der Perspektive.

Man kann gut erkennen, daß die Platte mit den 3 Füssen und zusätzlich mit 3 Popnieten befestigt wurde.



Hier noch mal aus verschiedenen Blickrichtungen.


TIP:

Um Werkzeuglos die Kollimation mit den verdammt kleinen Schrauben hinzubekommen muß man die Gewinde nur sparsam einfetten.
Sie laufen dann butterweich, ohne im stumpfen Alu immer zu hakeln.
Jetzt kann ich selbst die kleinen Feststellschrauben mit den Fingern so stark anziehen, daß es absolut ausreichend ist!
Durch die erheblich geringere Reibung im Gewinde, kommt einfach auch erheblich mehr Druck an der Spiegelzelle an.

 

Habe fertich.......